Jahresgabe

Pflanzenmenschen

Ren Rong

Kunst ist ein weitgefasster Begriff, den der 60jährige Künstler
Ren Rong, der in Deutschland und in China zuhause ist, umfassend umsetzt: neben seiner eigenen schöpferischen Gestaltung schlägt er vielfältige kulturelle Brücken zwischen China und Deutschland.
In Nanjing aufgewachsen, nimmt Ren Rong in seinen neuen Werken, die im Kunstverein Ulm zu sehen sind, Bezug auf den führenden Maler der Nanjiing-Schule aus der späten Ming und frühen Quing-Dynastie: Gong Xian (1619 – 1689). Dieser ließ durch dichte Lagen übereinandergesetzter kurzer, kräftig kontrastierter Tusche-Striche Berge und Flussläufe ineinander
verfließen und schuf so einzigartig bewegte Landschaftsbilder.
Weitere Bezüge findet man bei Ren Rong zu Fan Kuan (990 -1030), dem berühmtesten Landschaftsmaler der Song-Dynastie sowie zu Cézannes Mont Sainte-Victoire und zu Caspar David Friedrich Ren Rong versteht es, das mit dem Auge erfasste in einer ihm eigenen das mit dem Auge erfasste in einer ihm eigenen, freien künstlerischen Interpretation umzusetzen. Dabei bezieht er Position. Seine Werke bilden weitaus mehr ab, als Ren Rongs Auge in der Momentaufnahme des Entstehens erfasste. Ren Rongs Landschaftsbilder fordern den Betrachter heraus, ohne ihn dabei zu belehren. Seine Werke sind frei interpretierbar.